Die Rekordförderung im Sportland Hessen nannte Sportministerin Diana Stolz am Freitag ein „starkes Signal“ an die Menschen in Hessen und betonte: „Das Geld fließt jetzt in die Hallen und Plätze. Damit fördern wir den Sport, die Gemeinschaft und wir investieren in die Gesundheit, denn wer sich bewegt, lebt gesünder und kann aktiv älter werden.“
Das Land Hessen stärkt den Sport so umfassend wie nie zuvor: Mit einem neuen „Sondervermögen Sport“, einem Rekordetat für 2026 und zusätzlichen Investitionen in Nachwuchs- und Spitzensport setzt die Landesregierung ein kraftvolles Signal insbesondere für unsere Sportvereine und alle Sportbegeisterten und die, die es noch werden wollen im SPORTLAND HESSEN.
„Wir investieren in Hessens Gesundheit, Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit. Sport hält Menschen fit, stärkt Gemeinschaft, vermittelt Werte und ist wirksames Mittel gegen Einsamkeit. Die Sportförderung ist deshalb eine gesamtgesellschaftlich lohnende und nachhaltige Investition“, erklärte Stolz bei einer Pressekonferenz im Deutschen Architekturmuseum. Juliane Kuhlmann, Präsidentin des Landessportbundes Hessen e.V. (LSBH), ergänzte: „Das ‚Sondervermögen Sport‘ setzt die richtigen Impulse. Denn Sportförderung beginnt mit attraktiven und zeitgemäßen Sportstätten. Sie sind das Fundament für den Vereinssport sowie für Spitzenleistungen in unserem Land.“
Stolz verwies auch auf den Sporthaushalt der Landesregierung für das Jahr 2026. Dieser ist gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent auf 35,6 Millionen Euro (2025: 31,6 Millionen Euro) angewachsen. Diese Rekordsumme wird nun ergänzt um das neue „Sondervermögen Sport“. „Dieses sorgt für einen kräftigen Modernisierungsschub im hessischen Sport“, betonte die Sportministerin. Das Geld dafür stammt vom Bund, der die Mittel über das Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (kurz: LuKIFG) verteilt hat. Der Sport in Hessen profitiert zudem aus deutlich gestiegenen Zuweisungen aus dem Glücksspielgesetz.
Verteilung des Sondervermögens
Über den Zeitraum von zwölf Jahren will die Landesregierung insgesamt 130 Millionen Euro zusätzlich in Sportstätten investieren. „Diese zusätzlichen Mittel wirken wie ein ‚riesiger Push‘ für noch mehr Investitionen in die Sportinfrastruktur. Dabei setzen wir drei Schwerpunkte“, so Ministerin Stolz.
- Verfünffachung der Maximalförderung im Vereinseigenen Sportstättenbau
„Zum einen sind dies vereinseigene Sportstätten. Das ,Sondervermögen Sport‘ bietet die Möglichkeit, kostenintensive Vereins-Baumaßnahmen stärker zu fördern.“ Konkret bedeutet das: Das Land hebt die bisherige Maximalförderung im Programm „Vereinseigener Sportstättenbau“ von 200.000 Euro auf eine Million Euro an und verfünffacht diese damit. Auch die Förderquote wird von 20 Prozent auf 35 Prozent erhöht werden. Das entspricht einer Steigerung um 75 Prozent. Zudem wird die Anzahl der Projekte, die gefördert werden können, verfünffacht. „Damit können wir viel mehr Vereinen helfen, ihre Sportanlagen in die Zukunft zu führen. Dank der Verfünffachung der Maximalförderung können zudem zum Beispiel kostenintensive Sanierungen von Sporthallen oder sogar Neubauten Wirklichkeit werden. Wir entlasten unsere Vereine massiv und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass notwendige Investitionen endlich umgesetzt werden können. Es gibt aber nicht nur mehr Geld für unsere Vereine: Wir heben auch den Förderanteil auf mehr als ein Drittel, sodass die Kostenanteile für unsere Partner deutlich sinken. Damit wird insgesamt viel mehr möglich“, erläuterte die Sportministerin. - Zum zweiten sollen herausgehobene Projekte des Leistungssports gefördert werden. „Talente gibt es überall in Hessen. Deshalb brauchen wir starke Trainings- und Förderbedingungen im ganzen Land“, sagte Stolz. „Wir wollen, dass junge Sportlerinnen und Sportler wohnortnah gefördert werden können“, erklärte die Ministerin.
- Campus Sportdeutschland – Deutscher Spitzensport im Herzen Hessens
Den dritten Schwerpunkt bildet der Campus Sportdeutschland, der im Frankfurter Stadtwald entstehen kann. „Dieses Projekt macht den deutschen Spitzensport fit für die Zukunft und stärkt Hessen dauerhaft als bedeutenden Sportstandort“, betonte die Sportministerin.LSBH-Präsidentin Juliane Kuhlmann: „Die Erhöhung des Sporthaushaltes und die Festlegung auf das Sondervermögen Sport sind wichtige sport- und gesellschaftspolitische Signale des Landes. Sie unterstreichen erneut, dass Sport in Hessen ein zentrales Politikfeld ist.“
Der Landessportbund ist mit dem Neubau des Sportinternats am Projekt „Campus Sportdeutschland“ beteiligt. „Damit werden wir künftig mehr Nachwuchsathletinnen und -athleten unter deutlich besseren Bedingungen aufnehmen können“, so Kuhlmann. Bezogen auf das ‚Sondervermögen Sport‘ sagte sie: „Die Neuregelungen verbessern die Förderkulisse im Bereich unserer Sportstätten in Hessen massiv, stärken die Planungssicherheit und erhöhen mit den Fördermitteln auch die Investitionsmöglichkeiten.“
Interessierte Sportvereine mit entsprechenden Bauvorhaben können sich mit einer Projektbeschreibung samt Kostenschätzung an den zuständigen Landkreis, die kreisfreie Stadt oder Stadt mit Sonderstatus wenden, um sich für die Aufnahme in die Vorschlagsliste für das Förderprogramm „Vereinseigener Sportstättenbau“ anzumelden. Auch die Förderverfahren selbst sollen moderner und einfacher werden. Die Landesregierung arbeitet derzeit an einer umfassenden Digitalisierung der Sportstättenförderung. Ziel ist ein schnelleres, vollständig digitales Antragsverfahren mit weniger bürokratischem Aufwand für Vereine und Kommunen.
„Hessischer Weg“ im Leistungssport fortgeschrieben
Neben der Modernisierung der Infrastruktur eröffnen zusätzliche Sportfördermittel weitere Spielräume im sogenannten nicht-investiven Bereich, wie z. B. im Nachwuchsleistungssport. Die Grundlage hierfür bietet die bereits bestehende Nachwuchsleistungssportstrategie, der sogenannte „Hessische Weg“. Der organsierte Sport in Hessen und die Landesregierung hatten im Juni 2018 ein Konzept für die „Neuausrichtung des Leistungssports im SPORTLAND HESSEN“ vorgelegt, das nun intensiv evaluiert wurde und als „Leistungsbilanz Hessischer Weg“ vorliegt. „Nach den Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 war der Zeitpunkt gekommen, um den ‚Hessischen Weg‘ zu evaluieren und eine Standortbestimmung vorzunehmen. Im Austausch mit der Landesregierung, Verbänden, Trainerinnen und Trainern sowie Vereinen zeigte sich: Die Grundausrichtung stimmt – notwendig ist kein Neustart, aber Analyse und ein Update“, erklärte Juliane Kuhlmann und ergänzte: „Wenn wir auch künftig eine führende Rolle im bundesdeutschen Nachwuchs- und Spitzensport einnehmen wollen und hessische Athleten darüber hinaus auch Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften gewinnen sollen, müssen wir unsere Trainerinnen und Trainer angemessen und auskömmlich entlohnen.“
Sportministerin Stolz betonte hierzu: „Die Förderung aus dem Landestrainer-Programm in Hessen kann sich national sehen lassen, trotzdem bedarf es wohl einer zusätzlichen Anstrengung, um unsere erfolgreichen Trainer in Hessen zu halten und den Trainerberuf auch künftig attraktiv zu machen. Um die Landestrainerinnen und -trainer weiter zu stärken, haben LSBH und Sportministerium die Förderung noch einmal erhöht. Auch für unsere Leistungssporttreibenden Vereine haben wir die Jahresförderung um 50 Prozent auf jetzt 300.000 Euro jährlich erhöht. Unser SPORTLAND HESSEN soll ein attraktives Zuhause für den Leistungssport bleiben“, so die Ministerin. „Wenn Deutschland Olympische Spiele zwischen 2036 und 2044 ausrichten sollte, dann trainieren die aussichtsreichsten Medaillenkandidatinnen und -kandidaten von morgen bereits heute in unseren Vereinen. Wir investieren schon jetzt: in Talente, Trainerinnen und Trainer sowie moderne Strukturen.“