Ein Arzneimittel kann noch so gut erforscht und hergestellt sein. Helfen kann es erst, wenn es rechtzeitig, sicher und wirksam bei den Patientinnen und Patienten ankommt. Wie dieser Weg vom Lager bis in die Apotheke und ins Krankenhaus organisiert wird, hat sich Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz beim Besuch des DHL Health Logistics Campus in Florstadt angesehen.
„Das beste Arzneimittel hilft nur, wenn es die Menschen auch erreicht. Arzneimittel entstehen durch Forschung, Entwicklung und Produktion. Damit sie bei den Patientinnen und Patienten ankommen, braucht es zuverlässige, globale Lieferketten. Ohne leistungsfähige Lager, einen sicheren Transport und hochqualifizierte Mitarbeitende käme die moderne Medizin gar nicht erst bei den Menschen an“, sagte Stolz.
Bei einem Rundgang über den Campus sah die Ministerin, wie Arzneimittel gelagert und für den temperierten Versand vorbereitet werden. Vieles läuft dabei automatisch; an anderer Stelle ist hochqualifiziertes Personal erforderlich. In eigenen Kühlbereichen werden Arzneimittel durchgehend gekühlt, damit ihre Stabilität gewährleistet bleibt und sie somit ihre Wirkung nicht verlieren. Im Gespräch mit DHL Supply Chain ging es darum, wie sich besonders empfindliche Arzneimittel sicher lagern lassen und was der Standort für die Gesundheitsversorgung und die Wirtschaft in Hessen bedeutet.
„Innovative Arzneimittel und moderne Therapieformen stellen immer höhere Anforderungen an Lagerung, Transport und Qualitätssicherung. Von unserem DHL Health Logistics Campus in Florstadt aus unterstützen wir unsere Kunden aus der Pharma- und Gesundheitsbranche dabei, sensible Medikamente unter kontrollierten Bedingungen zu lagern und sicher zu transportieren - in Deutschland, Europa und weltweit. Denn erst durch eine zuverlässige, globale Lieferkette erreichen neue Therapien die Patientinnen und Patienten, für die sie bestimmt sind“, sagte Jan Zschiesche, verantwortlich für den Bereich Life Sciences & Healthcare bei DHL Supply Chain Deutschland.
Infrastruktur für die Therapien von Morgen
Die Medizin entwickelt sich rasant. Neuartige Arzneimittel werden zum Teil aus lebenden Zellen hergestellt, etwa moderne Zell- und Gentherapien. Solche Arzneimittel sind oft sehr empfindlich und müssen durchgängig gekühlt werden, damit ihre Wirkung garantiert bleibt. Manche vertragen nur tiefe Minusgrade. Wird die Kühlkette unterbrochen kann ein Arzneimittel unbrauchbar werden.
Gleichzeitig kommen viele Arzneimittel und ihre Bestandteile aus aller Welt. Fällt eine Produktion aus, gerät eine Region in eine Krise oder hängt die Versorgung an wenigen Herstellern, kann das schnell bei den Patientinnen und Patienten spürbar werden. Verlässliche Lieferketten, Lager und Transportwege im eigenen Land machen die Versorgung deshalb krisenfester.
„Neue Therapien eröffnen kranken Menschen echte Chancen, gerade dort, wo die Medizin bisher an Grenzen stieß. Damit diese Therapien auch ankommen, müssen Forschung, Entwicklung, Produktion und Transport ineinandergreifen wie die Glieder einer Kette. Reißt ein Glied, kommt die Behandlung nicht beim Menschen an. Deshalb gehört die Logistik für mich fest zur Gesundheitsversorgung dazu“, so die Gesundheitsministerin.
Mit dem 2025 eröffneten Logistikzentrum „Florstadt 4“ hat DHL am Standort mehr Platz für gekühlte Arzneimittel und Medizinprodukte geschaffen. So stärkt DHL in Hessen die kritische Infrastruktur, die die Arzneimittel der nächsten Generation, wie z.B. Biotechnologien, Zell- und Gentherapien, für ihren Weg zu den Menschen brauchen.
„Die Investition von DHL in Florstadt ist ein gutes Signal für Hessen, für die Gesundheitsversorgung ebenso wie für die Wirtschaft. Sie zeigt, dass wir die Wege, auf denen Medizin zu den Menschen gelangt, hier verlässlich vorhalten und weiter ausbauen. Darauf müssen sich die Menschen im Ernstfall verlassen können“, so Stolz.
Der DHL Health Logistics Campus in Florstadt
Der DHL Health Logistics Campus in Florstadt ist auf die Lagerung und Verteilung von Arzneimitteln und Medizinprodukten spezialisiert. Nach Unternehmensangaben arbeiten dort mehr als 600 Beschäftigte. Auf einer Gesamtfläche von rund 100.000 Quadratmetern bietet der Standort mehr als 140.000 Palettenstellplätze.
Für die Lagerung stehen unterschiedliche Temperaturbereiche zur Verfügung. Nach Angaben von DHL sind dabei Temperaturen von bis zu minus 70 Grad Celsius möglich, wie sie zum Beispiel für bestimmte Impfstoffe nötig sind. Zum Angebot gehören unter anderem das Verpacken und Kennzeichnen sowie die Lagerung und der Transport durchgehend gekühlter Arzneimittel. Der Campus Florstadt ist Teil des weltweiten DHL-Netzwerks für Life Sciences & Healthcare und unterstützt in Deutschland, Europa und weltweit.