Die Geehrten kommen aus den Landkreisen Fulda, Gießen, Limburg-Weilburg sowie dem Wetteraukreis. Die vom Hessischen Ministerpräsidenten gestiftete Auszeichnung macht auf den Einsatz pflegender Angehöriger aufmerksam, die in herausragender Weise nahestehende Pflegebedürftige, kranke oder behinderte Menschen jahrelang unentgeltlich gepflegt und betreut haben. „Alle, die heute hier geehrt werden, stehen stellvertretend für die hunderttausenden pflegenden Angehörigen in Hessen. Dabei sind sie in besonderer Weise Vorbilder, Beispiele für Nächstenliebe und Symbole für Verantwortung. Sie setzen sich dafür ein oder haben sich dafür eingesetzt, dass ihnen nahestehende Menschen trotz aller Herausforderungen so lange wie möglich in ihrem eigenen Zuhause leben können. Dafür gebührt Ihnen großer Respekt und große Anerkennung“, erklärte Christian Raible.
Der Staatssekretär betonte, dass mehr als 86 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt werden. „Der Alltag pflegender Angehöriger ist mit erheblichen Herausforderungen verbunden und verlangt ihnen viel Kraft, Ausdauer und Mut ab. Sie sind ein Beispiel für all diejenigen, die sich mit großem Einsatz für ihre Lieben aufopfern, dabei ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen und nicht selten an die Grenzen ihrer persönlichen Belastbarkeit gehen. Umso wichtiger ist es, pflegende Angehörige gezielt zu unterstützen und ihnen besondere Entlastung zu ermöglichen“, betonte der Staatssekretär.
Unterstützung für pflegende Angehörige
Hessen unterstützt Kommunen bei der Anstellung von Gemeindepflegerinnen und -pflegern mit finanziellen Mitteln, damit ältere Menschen frühzeitig Beratung und präventive Hilfe erhalten, welche die Pflegebedürftigkeit hinauszögern können. Damit pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen in schweren Lagen eine zuverlässige Anlaufstelle für ihre Fragen finden, gibt es in Hessen seit vielen Jahren flächendeckend und in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Pflegestützpunkte, die wohnortnah, einzelfallbezogen, individuell und bedarfsorientiert beraten und die Vernetzung vor Ort im Blick behalten. „Sie sind zuverlässige und kompetente Anlaufstellen vor Ort, die für Menschen mit Pflegebedarf und ihre Angehörigen extrem wichtig sind, um sich teils in einer komplett neuen oder andauernd schwierigen Situation zurechtzufinden“, so Christian Raible.
Weiter setzt sich das Land Hessen für eine pflegesensible Unternehmenskultur ein. Mit der Initiative "Beruf und Pflege vereinbaren" wird gemeinsam mit mehreren Partnerinnen und Partnern für tragfähige betriebliche Konzepte geworben. Die Initiative wird aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) gefördert und von der Forschungsstelle des Bildungswerkes der Hessischen Wirtschaft e.V. umgesetzt. Heute haben bereits 350 pflegesensible Arbeitgeber mit insgesamt mehr als 330.000 Beschäftigten die Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege unterzeichnet.
Die Geehrten im Jahr 2026
Mit der Pflegemedaille des Landes Hessen werden in diesem Jahr sechs Personen aus ganz Hessen geehrt:
- Herr Wolfgang Heinz Achtznick (Wetteraukreis)
- Frau Irmgard Kömpf (Landkreis Gießen)
- Herr Alfred Franz Königstein (Landkreis Limburg-Weilburg)
- Frau Beate Maria Krieger (Landkreis Fulda)
- Frau Elvira Rau (Wetteraukreis)
- Frau Irina Renate Sehr (Landkreis Limburg-Weilburg)
Hintergrund
Mit der vom Hessischen Ministerpräsidenten gestifteten Pflegemedaille des Landes Hessen wird der Einsatz pflegender Angehöriger gewürdigt. Sie wird seit 2004 an Bürgerinnen und Bürger verliehen, die einen pflegebedürftigen, kranken oder behinderten Menschen unentgeltlich zu Hause mindestens fünf Jahre gepflegt oder betreut haben.