„Herzinfarkte bei Frauen werden zu spät erkannt, weil ihre Symptome anders sind. Das kostet Leben. Deshalb haben wir das Thema auf die Agenda der Gesundheitsministerkonferenz gesetzt und handeln in Hessen bereits. Frauengesundheit steht bei uns ganz oben", erklärte die Hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz anlässlich der 99. Gesundheitsministerkonferenz in Hannover. Auf hessische Initiative hin wird gemeinsam mit fünf weiteren Ländern dort ein Beschlussvorschlag eingebracht: Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen soll bundesweit zum Forschungs- und Förderschwerpunkt werden.
Der Handlungsbedarf ist dringend. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen weltweit. Ihre Überlebenschancen nach einem Herzinfarkt sind deutlich schlechter als die von Männern, weil ihre Symptome oft verkannt werden: Neben Brustschmerzen treten Übelkeit, Schwindel, extreme Erschöpfung oder Kieferschmerzen auf. Beschwerden, die zu leicht als Stress abgetan werden. Hinzu kommt, dass Frauen bestimmte Risikofaktoren anders verarbeiten und manche Medikamente anders verstoffwechseln als Männer.
„Unsere Gesundheitsversorgung ist in vielen Bereichen noch auf die so genannte männliche Norm ausgerichtet. Das hat Folgen, die Leben kosten", so Stolz. Hessen setzt deshalb bereits konkrete Maßnahmen um: Das Woman Heart Health Center am Universitätsklinikum Frankfurt ist eines der ersten spezialisierten Zentren für kardiovaskuläre Frauengesundheit in Deutschland. „Frauengesundheit ist keine Nischenfrage und kein Gedöns. Sie ist eine Frage der Gerechtigkeit."