Nach Abschluss eines europaweiten Vergabeverfahrens hat das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) heute der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. erneut den Zuschlag für den Betrieb der beiden hessischen Intensivtransporthubschrauber erteilt. Damit setzt das Land auch im Rahmen der Resilienzwoche der Hessischen Landesregierung ein Zeichen für verlässliche und krisenfeste Strukturen im Rettungswesen.
Die Hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz, gesamtverantwortlich für die Luftrettung in Hessen, betont die besondere Bedeutung: „Verlässlichkeit und Professionalität sind die zentralen Säulen des integrierten Hilfeleistungssystems. Gerade mit Blick auf die Resilienz unseres Landes zeigt sich sehr deutlich, wie wichtig jederzeit einsatzbereite Strukturen im Gesundheits- und Rettungswesen sind. Unsere leistungsfähige Luftrettung trägt dazu bei, dass Hessen auch in besonderen Lagen vollumfänglich einsatzfähig bleibt.“
„Die Intensivtransporthubschrauber nehmen eine wichtige Stellung in der Luftrettung Hessens ein. Sie ermöglichen es, schwer und kritisch erkrankte Menschen auch über größere Entfernungen schnell und sicher in die für sie geeignete Klinik zu bringen, wo sie bestmöglich versorgt werden können. Entscheidend ist, dass die Patientinnen und Patienten schnell und sicher dorthin gelangen, wo sie die medizinische Versorgung erhalten, die sie benötigen“, sagte HLfGP-Präsidentin Regine Bresler. „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem Abschluss des Vergabeverfahrens und der Neubeauftragung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. weiterhin hervorragende Voraussetzungen für eine zuverlässige und professionelle Notfallversorgung haben werden.“
Patiententransporte unter Einsatz modernster medizinischer Ausstattung
Mit der Neuausschreibung erfüllt das Land seine vergaberechtlichen Verpflichtungen und stellt zugleich sicher, dass Bürgerinnen und Bürger weiterhin auf eine leistungsfähige, medizinisch hochwertige Patientenversorgung am Tag und in der Nacht vertrauen können. Der neue Leistungszeitraum beginnt ab dem 01. Juli 2027 und knüpft damit nahtlos an die bisherige Leistungserbringung an. Er endet spätestens zum 30. Juni 2036. Zu den Schwerpunkten der Leistungen zählen insbesondere anspruchsvolle Patiententransporte zwischen Krankenhäusern unter Einsatz modernster medizintechnischer Ausstattung und hochqualifizierten Personals. Dies ist etwa erforderlich, wenn eine spezialisierte Behandlung in einer anderen Klinik benötigt wird - beispielsweise in der Herzchirurgie oder in der Intensivmedizin.
Johanniter und ärztliche Leitung äußern sich zum Vertrag
„Mit der erneuten Beauftragung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. wird weiterhin eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung gewährleistet, die insbesondere bei komplexen Intensivtransporten über längere Strecken in vielen Fällen nicht adäquat möglich ist. Im Verbund der hessischen Luftrettungsflotte ist damit ein leistungsfähiges und differenziertes System für die umfassende Patientenversorgung aus der Luft aufgestellt“, so der Ärztliche Leiter Luftrettung Hessen, Roman Böhmer zum Abschluss des Vertrages.
Oliver Meermann, Vorsitzender der Geschäftsführung Johanniter Luftrettung und Bundesvorstandsmitglied Johanniter-Unfall-Hilfe e. V., sagt dazu: „Die erneute Verlängerung unserer Beauftragung ist eine Bestätigung für die herausragende Arbeit unserer Crews. Unser Intensivtransporthubschrauber-System ist in dieser Form deutschlandweit einzigartig. Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind wir verlässlicher Partner des Landes Hessen - wir freuen uns, diese Zusammenarbeit weiterzuführen.“
Zahlen und Fakten zur Luftrettung
Die Luftrettung in Hessen besteht aus zwei Zivilschutzhubschraubern (in Frankfurt und Kassel), einem Rettungshubschrauber des ADAC (in Fulda) und den beiden Intensivtransporthubschraubern der Johanniter Luftrettung (Gießen, Reichelsheim/Wetterau). Sie gewährleistet schnelle Verlegungen zwischen Kliniken, wenn besondere medizinische Expertise erforderlich ist und bietet eine qualitativ hochwertige Versorgung mit besonders geschultem Personal und modern ausgestatteten Luftfahrzeugen. Zudem entlastet sie den bodengebundenen Rettungsdienst bei langen oder besonders zeitkritischen Transporten und bietet mehr Sicherheit auch für Menschen in ländlichen Regionen und bei weiter entfernten Spezialkliniken.
Für Nachteinsätze steht der Intensivtransporthubschrauber in Gießen an jedem Tag rund um die Uhr einsatzbereit zur Verfügung. In der Luftrettung gibt es keine Ländergrenzen: Bei Bedarf fliegt die hessische Luftrettung auch in Nachbarbundesländer und umgekehrt. Im vergangenen Jahr sind die hessischen Hubschrauber insgesamt zu 4.570 Luftrettungseinsätzen ausgerückt. Davon haben die beiden Intensivtransporthubschrauber der Johanniter Luftrettung im Jahr 2025 1.354 Einsätze absolviert.
Die Luftrettung ist Teil der rettungsdienstlichen Daseinsvorsorge des Landes. Sie wird immer dann eingesetzt, wenn der Transport per Hubschrauber medizinisch geboten und gegenüber einem bodengebundenen Transport besonders vorteilhaft ist. Die Einsatzentscheidung treffen die zuständigen Leitstellen nach medizinischen und organisatorischen Kriterien.