Drei Frauen und ein Mann stehen nebeneinander vor einem Aufsteller mit der Aufschrift "Safe Kids".

Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege

Gießener SV ist 100. Partner im Bündnis Safe Kids

Die Landesregierung erhöht die jährlichen Präventionsmittel für das Programm „Kindeswohl im Sport“ der Sportjugend Hessen e.V. um 25 Prozent auf 230.000 Euro (2025: 183.000 Euro).

Das hat die Beauftragte für das SPORTLAND HESSEN, Dr. h. c. Ann Kathrin Linsenhoff heute anlässlich der 100. „Safe Kids“-Partnerschaft beim Gießener SV bekanntgegeben. „Gewalt darf im Sport keinen Platz haben. Verantwortlich dafür sind die Vereine und Verbände. Das SPORTLAND HESSEN möchte sie mit dem Programm ‚Kindeswohl im Sport‘ dabei bestmöglich unterstützen: mit Weiterbildung vor Ort, klaren Regeln und nützlichen Hinweisen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wir wollen landesweit eine aufgeklärte Kultur des Hinsehens und Hinhörens etablieren, wo berechtigte Sorgen ernstgenommen und Hilferufe niemals abgewiesen werden“, sagte die Beauftragte in der Sporthalle der Gießener Theodor-Litt-Schule.

Das Bündnis „Safe Kids“ sei dabei das wichtige Forum, um die landesweite gute Arbeit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zu würdigen. „Der Austausch unserer Macherinnen und Macher ist für einen gelingenden Kinderschutz im SPORTLAND HESSEN von großer Bedeutung. Vor allem bietet das Bündnis ‚Safe Kids‘ auch eine öffentlichkeitswirksame Plattform, die die Sichtbarkeit des Themas Kindeswohl befördert“, erläuterte die Sportbeauftragte.

„Kindeswohl braucht engagierte Menschen. Es braucht starke Vereine. Und es braucht verlässliche Partner“, betonte die Vorsitzende der Sportjugend Hessen Malin Hoster.

„Kindeswohl im Sport“: Mehr als 18.000 Menschen landesweit erreicht

Seit 2019 fördert die Hessische Landesregierung das Projekt „Kindeswohl im Sport“ der Sportjugend Hessen. Vor Ort in den Sportkreisen, bei den Verbänden und Vereinen wurden bereits mehr als 1.200 Präventionsseminare durchgeführt, mit denen mehr als 18.000 Personen erreicht wurden.

Alleine im Jahr 2026 wird das Team der Sportjugend bis zu 250 Veranstaltungen landesweit anbieten. Ziel ist es vor allem, Verantwortliche in hessischen Sportvereinen und -verbänden weiterzubilden und zu qualifizieren. Dazu gehören zum Beispiel die Etablierung von Mindeststandards die Kinder und Jugendlich besser schützen können, wie eine klare Positionierung des Vorstands, die Benennung von Ansprechpersonen im Verein oder die standardisierte Einsicht in das sogenannte „erweiterte Führungszeugnis“, bevor neue Übungsleiter oder Trainerinnen beschäftigt werden. Die Sportjugend berät Betroffene, ihre Angehörigen oder Vereinsvertreter auch bei Verdachtsfällen von zum Beispiel Vernachlässigung oder Gewalt. Rund 100 Fälle werden jährlich von den Expertinnen aufgenommen und bei Bedarf mit den weiteren zivilen Beratungsträgern bis hin zu den Strafverfolgungsbehörden bearbeitet.  

100. Partnerschaft „Safe Kids“: Starkes Netzwerk für SPOTRLAND HESSEN

Mit dem Bündnis „Safe Kids“ erhalten Sportorganisationen seit 2023 Unterstützung und vor allem auch Anerkennung für ihr Engagement im Kindeswohl. Zentraler Gedanke des neuen Bündnisses ist die enge Vernetzung unter den Sportorganisationen und der Transfer von Fachwissen. Das Bündnis Safe Kids hat dabei besonders die Ansprechpersonen und Kindeswohlbeauftragten in Hessen im Blick. Es bringt zudem wichtige Akteure in Hessen zusammen: Engagierte aus Vereinen, Sportkreisen, Fachverbänden mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Fachberatungsstellen und Jugendhilfe, weiteren Expertinnen und Experten sowie politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger. Unter dem diesjährigen Motto „Für Euch! Mit Euch!“ bietet das Bündnis engagierten Menschen landesweit mit Infoabenden, Social Media-Aktionen und zwei großen Bündnistreffen ein wertvolles Netzwerk und eine dauerhafte Plattform zum Austausch rund um das Thema Kindeswohl in Hessen.

Zentrum für Safe Sport (ZFSS)

Das Land Hessen nimmt beim Thema Safe Sports bundesweit eine herausgehobene Rolle wahr. Traditionell steht der Länderausschuss für Integrität der Sportministerkonferenz (SMK) unter hessischer Leitung. Mit der Gründung des Trägervereins des Zentrums für Safe Sport e.V. (ZfSS) im Bundeskanzleramt in Berlin im Juli 2026 wurde ein bedeutender Meilenstein zur Etablierung der unabhängigen Institution zum Schutz von Betroffenen erreicht. Mit der zunächst vom Bund finanzierten Einrichtung entsteht in Kassel erstmals eine bundesweite Adresse für Maßnahmen zur Prävention, Intervention und Aufarbeitung interpersonaler Gewalt im Sport. „Das SPORTLAND HESSEN versteht sich als bundesweiter Partner des organisierten Sports.

Wir versuchen gemeinsam mit den Sportlerinnen und Sportlern, aber auch mit den Vereinen und Verbänden Antworten zu finden, wie wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene bestmöglich schützen können. Deshalb verstärken wir unser hessisches Engagement für die Prävention mit mehr Mitteln für ‚Kindeswohl im Sport‘ und sind zugleich Knotenpunkt für Deutschland, wenn es darum geht die wichtigen Regeln für Safe Sport nicht nur zu verbreiten, sondern auch im ZfSS durchzusetzen“, erläuterte die Sportbeauftragte Dr. h. c. Ann Kathrin Linsenhoff.

Das ZfSS wird als unabhängige Einrichtung bundesweit Ansprech-, Beratungs- und Untersuchungsfunktionen übernehmen. Parallel treibt der Deutsche Olympische Sportbund die Implementierung eines „Safe Sport Codes“ in allen Mitgliedsorganisationen bis spätestens 2028 voran – ein Regelwerk, um Gewalt im Sport bekämpfen und sanktionieren zu können. 

Kontakt

Potrait Benjamin Crisolli

Benjamin Crisolli

Pressesprecher

Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege

Sonnenberger Straße 2/2a
65193 Wiesbaden

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