In ihrer Laudatio würdigte die Ministerin das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement von Frau Schulz in der Hospiz- und Palliativarbeit. „Ich freue mich sehr, Ihnen den Hessischen Verdienstorden am Bande aushändigen zu dürfen. Sie haben sich über Jahrzehnte unermüdlich in der Hospizarbeit verdient gemacht und begleiten schwerkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige – mit Gesprächen, mit Trost, mit Zeit und vor allem mit aufrichtiger Zuwendung“, sagte Stolz.
Frau Schulz ist seit über 30 Jahren in der Hospizgruppe Seligenstadt und Umgebung der Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand e. V. aktiv. Seit mehr als 20 Jahren trägt sie als ehrenamtliche Koordinatorin Verantwortung für die ambulante Sterbe- und Trauerbegleitung. Unter ihrer Leitung entwickelte sich ein Netzwerk von über 50 ehrenamtlich Engagierten. „Sie sind Seelsorgerin, Mutmacherin und Wegbegleiterin. Sie unterstützen Ihre Ehrenamtlichen durch kollegiale Beratung, organisieren Supervisionen, fördern die Ausbildung neuer Begleiterinnen und Begleiter und geben allen das Gefühl: Diese Arbeit ist wichtig – und sie ist getragen von Menschlichkeit“, so die Ministerin.
Jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit
Darüber hinaus engagierte sich Frau Schulz frühzeitig für den Ausbau palliativmedizinischer Strukturen im Kreis Offenbach. Gemeinsam mit einem Chefarzt aus Seligenstadt erkannte sie die Notwendigkeit einer stationären Hospizeinrichtung am Wasserturm in Rodgau und wirkte maßgeblich daran mit, dass im Februar 2020 eine spezielle Palliativstation in der Klinik eröffnet werden konnte. „Ihre Arbeit hat den Geist der Hospizbewegung in Hessen entscheidend geprägt“, erklärte Stolz.
Neben ihrer Hospizarbeit ist Frau Schulz unter anderem Mitglied des Ethik-Komitees der Asklepios-Klinik Seligenstadt sowie des Komitees der Pflegeeinrichtung Agaplesion Simeonstift in Hainburg. Zudem engagiert sie sich seit über 30 Jahren ehrenamtlich in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde der Mainperlen in Hainburg, unter anderem im Kirchenvorstand und im Bereich Fundraising.
„Für Ihr vielfältiges Engagement, Ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit und die unzähligen Stunden, die Sie in den Dienst anderer stellen, wurden Sie bereits 2019 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Doch heute, liebe Frau Schulz, gehen wir einen Schritt weiter: Mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande ehrt Sie das Land Hessen für ein Lebenswerk, das geprägt ist von Empathie, Verantwortung und einer tiefen Humanität“, bekundete die Ministerin.
Hessischer Verdienstorden
Mit dem Hessischen Verdienstorden werden hervorragende Verdienste um das Land Hessen und seine Bevölkerung gewürdigt. Der Verdienstorden wird vom Ministerpräsidenten verliehen. Er wurde 1989 von Ministerpräsident Dr. Walter Wallmann gestiftet und 1998 um eine zweite Stufe, den Verdienstorden am Bande, ergänzt. Mit dieser Ehrung dankt das Land Persönlichkeiten, die durch ihr Engagement weit über das Alltägliche hinauswirken und das Zusammenleben in Hessen nachhaltig stärken.