Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege

Land fördert Projekte gegen weibliche Genitalverstümmelung

Gesundheitsministerin Diana Stolz: „Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung – wir klären auf und stehen an der Seite der betroffenen Mädchen und Frauen“

Anlässlich der fortgesetzten Landesförderung im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) macht Gesundheitsministerin Diana Stolz deutlich: „Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Betroffenen leiden oft ihr Leben lang unter den körperlichen und seelischen Folgen. Dem stellen wir uns in Hessen entschieden entgegen. Wir stärken Schutz, Aufklärung und Beratung und stehen fest an der Seite der betroffenen Mädchen und Frauen.“ Im Jahr 2026 werden rund 90.000 Euro für Beratungsprojekte bereitgestellt. Damit wird ein Projekt des Vereins „Frauenrecht ist Menschenrecht“ (FIM) mit 69.300 Euro und ein Projekt von pro familia mit weiteren 20.500 Euro unterstützt.

„Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, die in Deutschland klar unter Strafe steht. Die Landesregierung stellt sich gegen diese brutalen Eingriffe in die körperliche und psychische Unversehrtheit junger Mädchen und Frauen und unterstützt kontinuierlich die Aufklärungsarbeit. Betroffene Mädchen und Frauen brauchen verlässliche Ansprechpartner und schnelle Hilfe, an die sie sich jederzeit anonym und vertrauensvoll wenden können. Mit der Fortsetzung der Förderung werden Beratungsstrukturen, Prävention und der Schutz potentiell gefährdeter Mädchen gestärkt. Ziel ist es, die Gesundheit zu schützen und traumatische Erlebnisse zu verhindern. Deshalb fördern wir Maßnahmen, die Mädchen und Frauen gezielt helfen und das gesellschaftliche Bewusstsein für das Thema weiter stärken“, so Gesundheitsministerin Diana Stolz.

Schutz- und Unterstützungsangebote für Betroffene

Die Sommerferien sind für die Präventionsarbeit besonders wichtig. Denn Reisen ins Ausland können das Risiko erhöhen, dass Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht sind. Beratungsstellen informieren daher seit Beginn der Sommerferien verstärkt. Die Bundesregierung hat zudem unter anderem den sogenannten Schutzbrief, der Familien auf Reisen unterstützt und auf die Strafbarkeit in Deutschland hinweist – auch wenn sie im Ausland stattfindet. Der Schutzbrief findet sich auf folgender MinisteriumsseiteÖffnet sich in einem neuen Fenster.

Ziel des Projektes „Hessen engagiert gegen FGM_C“ von pro familia ist es, die Schutz- und Unterstützungsangebote für betroffene und bedrohte Mädchen und Frauen in Hessen zu verbessern. Durch Aufklärung, Fortbildung und die Qualifizierung von Fachkräften aus dem sozialen, pädagogischen und medizinischen Bereich werden Prävention, Schutz und Versorgung gestärktZugleich baut das Projekt nachhaltige Vernetzungs- und Kooperationsstrukturen auf. Gemeinsam mit den beteiligten Organisationen ist zudem eine Webseite als digitaler Wissenspool entstanden. Sie informiert über Hilfsangebote in Hessen und stellt mehrsprachige Materialien sowie Erklärvideos Öffnet sich in einem neuen Fensterbereit.

Der Verein „Frauenrecht ist Menschenrecht“ (FIM) begleitet betroffene Mädchen und Frauen mit einem ganzheitlichen Beratungsansatz. Im Mittelpunkt stehen Aufklärung, Unterstützung und der Zugang zu fachlich kompetenter medizinischer Versorgung.

„Kein Mädchen und keine Frau in Hessen soll mit dieser Gewalt allein bleiben. Wir stehen an ihrer Seite“, betonte Stolz abschließend. 

Kontakt

Pressesprecherin Esther Walter

Esther Walter

Pressesprecherin

Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege

Sonnenberger Straße 2/2a
65193 Wiesbaden