Anlässlich ihres Besuchs im Trauercafé des Hospizvereins Auxilium Wiesbaden e.V., betonte die Hessische Gesundheits- und Familienministerin, Diana Stolz, dass Sterbende und Angehörige von Sterbenden sich auf „Unterstützung in schwersten Zeiten“ verlassen können müssten. „Wir dürfen niemanden alleine lassen, denn der Tod und das Sterben werden oft tabuisiert. Dabei sind die Belastungen gerade in solchen Zeiten enorm und Hilfe und Austausch unschätzbar wertvoll“, so Stolz.
Die Ministerin tauschte sich am Donnerstag mit Betroffenen aus, die einen geliebten Menschen verloren haben. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Erfahrungen, Belastungen und Unterstützungsbedarfe von Angehörigen am Lebensende nahestehender Menschen. „Angehörige, die eine geliebte Person in ihrer letzten Lebensphase begleiten, leisten eine wahre Mammutaufgabe“, betonte Stolz. „Neben der Pflege und Betreuung eines sterbenden Menschen meistern sie weiterhin ihren normalen Alltag. Das ist körperlich wie psychisch extrem belastend. Viele verlieren dabei ihre eigene Gesundheit aus dem Blick und wissen oftmals nicht, welche Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.“ Genau hier setzt das von der Hessischen Landesregierung geförderte Modellprojekt „Angehörige Sterbender stärken“ in Zusammenarbeit mit der Justus- Liebig- Universität Gießen an. Ziel des Projekts sei es, „Betroffenen eine Stimme zu geben, ihre Bedürfnisse sichtbar zu machen und daraus Erkenntnisse zu gewinnen, die auch anderen Menschen in vergleichbaren Situationen helfen“. Die Ergebnisse des Projekts sollen öffentlich zugänglich gemacht werden, damit sie möglichst viele Menschen erreichen.
Personalmittel für eine Teilzeitstelle zur Projektkoordination
Das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) fördert das Projekt mit 25.000 Euro. Die Förderung umfasst Personalmittel für eine Teilzeitstelle zur Projektkoordination über einen Zeitraum von 18 Monaten.
Der Hospizverein Auxilium Wiesbaden e. V. leistet ambulante und aufsuchende Hospizarbeit. Die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden begleiten Sterbende unter anderem zu Hause, im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen oder auf Palliativstationen. Neben der Begleitung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase und ihrer Zugehörigen bietet der Verein eine qualifizierte, spendenfinanzierte Trauerbegleitung, Beratungen zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten, umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit sowie die Aus- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen in der Hospizbegleitung an.
Bedeutung von Netzwerken in der Hospiz- und Palliativversorgung
Ministerin Stolz hob die Bedeutung von Netzwerken in der Hospiz- und Palliativversorgung hervor: „Sie leisten einen wesentlichen Beitrag für eine ganzheitliche, respektvolle und würdevolle Versorgung am Lebensende. Sterben, Tod und Trauer werden in unserer Gesellschaft zu oft ausgeblendet– dabei gehören alle drei zum Leben. Die Hospiz- und Palliativarbeit hilft, diese Themen ins Leben und in die Mitte der Gesellschaft zu holen.“
Abschließend dankte die Ministerin allen haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Hospiz- und Palliativarbeit: „Ihr Engagement, Ihre Zeit und Ihre Menschlichkeit sind von unschätzbarem Wert. Sie begleiten Menschen und ihre Angehörigen in einer der schwersten Phasen des Lebens – dafür gebührt Ihnen mein herzlicher Dank.“