Das Zentrum soll zukünftig am Standort Kassel eingerichtet werden und wird zunächst vom Bund finanziert. Mit dem ZfSS entsteht erstmals eine unabhängige bundesweite Struktur mit Maßnahmen zur Prävention, Intervention und Aufarbeitung interpersonaler Gewalt im Sport.
Sport in Deutschland sicherer machen
Den von Hessen als Vorsitzland vorangetriebenen Beschluss begrüßte Hessens Sportministerin Diana Stolz nachdrücklich: „Mit der heutigen Entscheidung übernehmen Bund und Länder gemeinsam Verantwortung, den Sport in Deutschland sicherer zu machen. Das Zentrum für Safe Sport gibt Betroffenen eine starke Stimme, stärkt die Prävention und sorgt dafür, dass Gewalt, Missbrauch und Machtmissbrauch keinen Platz im Sport haben.“ Auch für den Standort hatte sich die Ministerin eingesetzt: „Mit Kassel als Sitz des Zentrums haben wir uns für eine zentral gelegene Stadt in Deutschland entschieden. Kassel ist gut zu erreichen und kann dank seiner Universität auch qualifizierte Akademikerinnen und Akademiker bieten, wenn es um den Aufbau des ZfSS geht. Mit der Entscheidung stärkt die SMK den Standort Nordhessen, und das ist eine hervorragende Botschaft.“
Der Bund übernimmt zunächst die Finanzierung; eine künftige Länderbeteiligung ist nach einer Evaluierung möglich. Das Zentrum wird zunächst den Spitzensport abdecken, soll aber auch Synergien mit dem Breitensport schaffen. „Das Zentrum wird nur wirken, wenn alle Partner an einem Strang ziehen – Bund, Länder und der organisierte Sport. Die Kooperation ist bereits jetzt vorbildlich – dafür danke ich allen Beteiligten“, betonte Stolz.
„Fälle, die uns in den vergangenen Jahren erschüttert haben, zeigen, welches Leid Betroffene von Missbrauch im Sport erfahren mussten. Es muss sichergestellt werden, dass ihnen zugehört wird – und dass solche Erfahrungen künftig bestmöglich verhindert werden. Das Zentrum für Safe Sport soll genau das leisten: Schutz geben, Vertrauen aufbauen und Verantwortung sichtbar machen. Schon jetzt sind aber die Sportorganisationen, die Vereine und Verbände aufgerufen, konsequent gegen Gewalt im Sport vorzugehen“, ergänzte die Ministerin.
Stolz wies darauf hin, dass die Länder bereits umfangreiche eigene Strukturen im Bereich Prävention und Aufarbeitung etabliert haben, und kündigte eine fortlaufende Zusammenarbeit an: „Das Zentrum für Safe Sport wird ein zentraler Baustein in einem funktionierenden Gesamtsystem gegen interpersonale Gewalt im Sport. Wir werden den Aufbauprozess weiterhin eng begleiten und sicherstellen, dass auch der Breitensport von den entstehenden Strukturen profitiert.“
Hintergrund
Mit dem Zentrum für Safe Sport (ZfSS) setzt die Sportministerkonferenz ein zentrales Projekt des Koalitionsvertrags um. Es soll als unabhängige Einrichtung bundesweit Ansprech-, Beratungs- und Untersuchungsfunktionen übernehmen. Parallel treibt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Implementierung des Safe Sport Codes in allen Mitgliedsorganisationen bis spätestens 2028 voran.