Im Rahmen der zweiten Förderperiode „Innovative Modellprojekte in der Kurzzeit-, Tagespflege und in ambulanten Wohnformen“ wird das Projekt „Wo wolln wir denn hinne?“ des Vereins für Gesundheit und Alter e. V. in Kaufungen mit rund 66.000 (65.858,16) Euro gefördert. „Über 86 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden in Hessen zu Hause gepflegt. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, sie in ihrem Alltag zu entlasten. Daher unterstützen wir von Seiten der Hessischen Landesregierung Modelle in der Kurzzeit und Tagespflege wie das in Kaufungen“, so Stolz.
Im Projekt soll eine Struktur aufgebaut werden, mit der regelmäßige Ausflüge für die Gäste der Tagespflege in Kaufungen umgesetzt werden können. Ehrenamtliche und Angehörige sowie kooperierende Vereine und Institutionen sollen bei der Umsetzung eingebunden werden. Die Begegnungen mit anderen Menschen außerhalb der Pflegesituation sollen dazu beitragen, Sensibilisierung zu schaffen und das Verständnis für Menschen mit Pflegebedarf oder Demenz zu fördern. Die Unterstützung des Modellprojekts erfolgt im Zuge der zweiten Förderperiode des Programms „Innovative Modellprojekte in der Kurzzeit-, Tagespflege und in ambulanten Wohnformen“.
„Pflegebedürftigkeit bringt oftmals viele Herausforderungen mit sich – für die Menschen mit Pflegebedarf und für die Angehörigen. Teilhabe, Begegnungen und Austausch zu erhalten, gehört zu diesen Herausforderungen, die mit dem Projekt angegangen werden. Wir stehen an der Seite der Menschen, die pflegen oder Pflege benötigen“, bekräftigte die Gesundheits- und Pflegeministerin.
Hintergrund der Förderung
In Hessen wurde Ende 2023 mit 86,4 Prozent die Mehrheit der pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt. Um auch weiterhin möglichst vielen Menschen eine Pflege im eigenen häuslichen Umfeld zu ermöglichen, braucht es flexible Angebote in der Kurzzeit- und Tagespflege sowie in ambulanten Wohnformen.
Diese Angebotsformen entlasten pflegende An- und Zugehörige und sichern die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Im Mittelpunkt steht die nachhaltige Entlastung pflegender Angehöriger.
Stolz betonte: „Pflege ist ein menschliches Miteinander. Deshalb unterstützen wir Projekte, die Pflege neu denken. Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft brauchen wir starke Impulse, um Pflege zukunftsfähig und menschlich zu gestalten.“
Förderprogramm „Innovative Modellprojekte in der Kurzzeit-, Tagespflege und in ambulanten Wohnformen“
Mit dem Förderprogramm „Innovative Modellprojekte in der Kurzzeit-, Tagespflege und in ambulanten Wohnformen“ werden nicht-investive Projekte unterstützt, die hessenweit übertragbar sind und sowohl die häusliche Versorgung als auch die Quartiersentwicklung sowie die Schnittstellen zwischen Krankenhaus, Reha und Pflege verbessern. Dazu gehören die Entwicklung neuer Quartierskonzepte und Unterstützungsangebote, die bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Angebotsstrukturen – etwa durch erweiterte Öffnungszeiten oder eine bessere Fallsteuerung – sowie die Optimierung von Übergängen zwischen den Sektoren. Ebenso umfasst die Förderung die Modernisierung von Alltagsprozessen, beispielsweise durch digitale Anwendungen oder kultursensible Pflege, sowie die Erprobung von Strategien zum Umgang mit herausforderndem Verhalten. Das Förderprogramm im Bereich der Zukunftsaufgabe Pflege wurde im April dieses Jahres ausgeweitet. Freie Träger, Kommunen sowie andere Organisationen von Pflegeheimen mit Sitz in Hessen konnten Förderanträge einreichen. Die Gesamtsumme der ersten Förderwelle betrug 477.458,54 Euro, die der zweiten 294.766,63 Euro.