Gesundheits- und Pflegeministerin Diana Stolz betonte anlässlich des Austauschtreffens der hessischen Gemeindepflegerinnen und Gemeindepfleger am Dienstag in Wiesbaden die hohe Bedeutung der Gemeindepflege für Hessen: „Gemeindepflege bedeutet Nähe, Vertrauen und ein offenes Ohr für diejenigen, die Unterstützung brauchen, sich aber oft schwertun, um diese zu bitten. Die Gemeindepflegerinnen und -pfleger sind häufig die Ersten, die bemerken, wenn jemand nicht weiterweiß oder Hilfe benötigt“, so Stolz. „Deswegen ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir keine zeitliche Lücke entstehen lassen. Die derzeit bestehenden Projekte wurden für 2026 verlängert.“
„Die frühzeitige und präventive Unterstützung älterer Bürgerinnen und Bürger über ein niedrigschwelliges Beratungs- und Unterstützungsangebot ist gerade in Zeiten, die von Vereinzelung und fehlendem Familienanschluss geprägt sind, eine wichtige Stütze. Die Gemeindepflegenden helfen häufig schon durch ein freundliches Gespräch. Sie sind ein wichtiges Element für ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben im Alter“. Die Gemeindepflege ermögliche älteren Menschen, länger in ihrer gewohnten Umgebung zu leben, wirke aktiv der Vereinsamung entgegen und trage zur Stärkung von Gesundheit und Prävention bei.
Gemeindepflege ist fester Bestandteil der Versorgungslandschaft
Seit dem Start des Förderprogramms im Jahr 2018 – damals unter dem Namen Gemeindeschwester 2.0 – hat sich die Zahl der Förderungen deutlich erhöht: von anfänglich 16 „Gemeindeschwestern“ bis Ende 2019 auf mittlerweile rund 90 Gemeindepflegekräfte im Jahr 2025. Rückmeldungen aus den geförderten Landkreisen und kreisfreien Städten zeichnen ein durchweg positives Bild des Programms. „Die Gemeindepflege hat sich zu einem festen Bestandteil der Versorgungslandschaft entwickelt und leistet eine wertvolle Arbeit, indem sie eine Lücke zwischen hausärztlicher Versorgung, Pflegediensten und Angeboten sozialer Teilhabe schließt“, erläutert die Familienministerin. Die Gemeindepflegekräfte arbeiten dabei eng mit Pflegediensten, sozialen Diensten, Ärztinnen und Ärzten, Pflegestützpunkten und weiteren Anbietern vor Ort zusammen.
Die Mittel für das Programm wurden zwischen 2017 und 2025 von einer Million Euro auf über drei Millionen Euro erhöht. Entsprechende Haushaltsmittel sind auch für das Jahr 2026 vorgesehen. Trotz der schwierigen Haushaltslage betont die Ministerin: „Es ist uns wichtig, dennoch ein klares Bekenntnis zum Gemeindepflege-Programm zu setzen und damit die Wichtigkeit des Themas hervorzuheben.“
Es soll auch nach 2026 eine Förderrichtlinie geben. Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass zum 1. Januar 2027 eine neue Richtlinie in Kraft tritt. Diese befindet sich derzeit in Vorbereitung. Das Ziel ist, die Gemeindepflege möglichst flächendeckend auszubauen und bedarfsgerecht zu gestalten. „Als Land arbeiten wir intensiv daran, die Gemeindepflege weiterzuentwickeln und langfristig zu sichern. Dabei wollen wir den Fokus auch auf eine flächendeckende Versorgung in Hessen legen. Eine neue Richtlinie ist für 2027 in Vorbereitung – mit Blick auf Qualität und Zukunftsfähigkeit. Bis dahin lassen wir keine zeitliche Lücke entstehen: Die Projekte wurden für 2026 verlängert, damit Planungssicherheit gewährleistet ist“, so Stolz. Die Landesregierung bekennt sich zu einer mehrjährigen Förderung, um Nachhaltigkeit und Wirksamkeit zu sichern.
„Die Gemeindepflege ist aus Sicht des Landes Teil der kommunalen Daseinsvorsorge und eine gemeinsame Verantwortung von Land und Kommunen. Sie trägt wesentlich dazu bei, Einsamkeit vorzubeugen, Gesundheitskompetenz zu stärken und die pflegerische Versorgung in Hessen zukunftsfähig zu gestalten. Mein besonderer Dank gilt den Gemeindepflegerinnen und Gemeindepflegern, die mit großem Engagement, Kompetenz und Herz dafür sorgen, dass ältere Menschen in Hessen gut begleitet, gesund und eingebunden leben können“, lobte die Ministerin abschließend.