„Patientensicherheit ist ein zentrales Qualitätsmerkmal einer leistungsfähigen Gesundheitsversorgung. Mit klaren Strukturen, verbindlichen Zuständigkeiten und einem kontinuierlichen Lernprozess unterstützen wir die hessischen Krankenhäuser dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten nachhaltig zu erhöhen“, so Stolz.
Drei Säulen für die Patientensicherheit
Die erste Säule bilden die Patientensicherheitsbeauftragten in den hessischen Krankenhäusern. Diese müssen gemäß der Patientensicherheitsverordnung (PaSV) verpflichtend bestellt werden und sind direkt der jeweiligen Geschäftsführung zugeordnet. Fachlich unterstützt werden sie durch die neu eingeführten Verantwortlichen Personen für Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS), die eine sichere Arzneimitteltherapie vor Ort begleiten und stärken.
Die zweite Säule ist der Patientensicherheitsbericht. Dieser wird regelmäßig von den Krankenhäusern eingereicht und durch das HMFG gemeinsam mit dem Landesbeirat für Patientensicherheit in Form eines hessenweiten Gesamtberichts ausgewertet.
Die Kliniken können im Zuge dessen gezielt Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Patientensicherheit ableiten. „Damit wird ein zentrales Prinzip einer gelebten Sicherheitskultur und eines wirksamen Qualitätsmanagements umgesetzt: im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses miteinander und voneinander zu lernen“, erklärte Stolz.
Die dritte Säule stellt der Landesbeirat für Patientensicherheit dar. Seine fachliche Expertise wird gezielt in die Weiterentwicklung der Patientensicherheit in hessischen Krankenhäusern eingebunden. Darüber hinaus berät und unterstützt der Landesbeirat gemeinsam mit der in der PaSV verankerten Arbeitsgruppe zur Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) die Hessische Landesregierung.
Netzwerk als weiterer Baustein der Patientensicherheit
Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Hessische Netzwerk Patientensicherheit. Das Hessische Netzwerk Patientensicherheit wird vom HMFG mit bislang rund 200.000 Euro (198.218,11 Euro) gefördert. Es wurde im August 2022 vom Universitätsklinikum Frankfurt initiiert. Ziel des Netzwerks ist der strukturierte Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer sowie die Qualifizierung und Fortbildung der Patientensicherheitsbeauftragten in den hessischen Krankenhäusern.
Mittlerweile haben sich über 100 Mitglieder aus hessischen Krankenhäusern im Netzwerk zusammengeschlossen. Aktuell befindet sich die Erweiterung des Netzwerks um fachkundige Personen aus dem Bereich der Arzneimitteltherapiesicherheit in Umsetzung. Diese sollen die Patientensicherheitsbeauftragten vor Ort künftig beratend unterstützen. Neben der Qualifizierung der Patientensicherheitsbeauftragten organisiert das Hessische Netzwerk Patientensicherheit regelmäßig Fortbildungsangebote.
Abschließend betonte die Ministerin: „Patientensicherheit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch verlässliche Strukturen, Transparenz und eine Kultur des gemeinsamen Lernens. Genau hier setzen wir in Hessen an – konsequent, partnerschaftlich und mit dem klaren Ziel, die Versorgung für alle Patientinnen und Patienten kontinuierlich sicherer zu machen.“