Gefördert werden Modellvorhaben zur Erprobung neuer Versorgungskonzepte und Versorgungsstrukturen, insbesondere für an Demenz erkrankte Pflegebedürftige sowie andere Pflegebedürftige, deren Versorgung einer besonderen strukturellen Weiterentwicklung bedarf.
Das UplandCare‑Projekt ist ein praxisorientiertes Modell zur Vernetzung und Optimierung gesundheitsbezogener Angebote in ländlichen Räumen. Zentral ist die Kombination aus frühzeitiger, individueller Begleitung und koordiniertem Netzwerkmanagement.
Das UplandCare‑Projekt wird mit einer Projektlaufzeit von fünf Jahren (2021 bis 2025) von dem Gesundheitsnetzwerk PORT Willingen‑Diemelsee e. V. durchgeführt und verantwortet.
Die Förderung erfolgt über das Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege sowie die Landesverbände der Pflegekassen in Hessen im Rahmen der Landesförderung von Modellvorhaben nach § 45c Abs. 1 Nr. 3 SGB XI.
Das Modellvorhaben des Gesundheitsnetzwerk PORT Willingen Diemelsee e. V. zielt darauf ab, Versorgungsstrukturen so weiterzuentwickeln, dass bereits vorhandene Angebote besser nutzbar gemacht werden und die Bedürfnisse und Bedarfe von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen stärker fokussiert werden. Damit soll erreicht werden, dass Betroffene möglichst frühzeitig durch professionelle sowie ehrenamtliche Strukturen unterstützt und kontinuierlich begleitet werden.
Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung hat gemeinsam mit dem Institut für Zukunftsfragen der Gesundheits- und Sozialwirtschaft (IZGS) der Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD) eine Konzeptidee für die Begleitung von Menschen mit präseniler Demenz und deren Umfeld erarbeitet. Im Rahmen des Modellprojektes wurden spezifische und aufeinander abgestimmte Angebote und Hilfsmaßnahmen für sogenannte jungbetroffene Menschen mit Demenz und ihre Familien bzw. nahestehende Personen entwickelt und umgesetzt sowie wissenschaftliche Erkenntnisse für die Beratung, Betreuung und Begleitung generiert.
Die Diagnose einer Demenzerkrankung vor dem 65. Lebensjahr stellt Betroffene und deren Umfeld vor besondere Herausforderungen. Anders als bei älteren Menschen, bei denen eine kognitive Beeinträchtigung oftmals als Teil eines altersbedingten Abbaus interpretiert wird, trifft die Krankheit in der Lebensmitte auf ein aktives, oftmals stark eingebundenes Lebensumfeld.
Betroffene befinden sich meist noch in ihrer sogenannten „produktiven Lebensphase“. Sie sind erwerbstätig, übernehmen familiäre Verantwortung für minderjährige Kinder oder pflegebedürftige Eltern, tragen finanzielle Verpflichtungen und sind gesellschaftlich engagiert. Die Erkrankung bedeutet für viele einen tiefgreifenden Bruch in der Biografie verbunden mit der Angst vor Verlust von Autonomie, Zukunftsperspektiven und sozialer Teilhabe.
Das Modellprojekt „MyCareNet“ wurde am 1. April 2021 gestartet und mit einer Projektlaufzeit von drei Jahren am 31. März 2024 abgeschlossen. Die Förderung erfolgte über das Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege sowie die Landesverbände der Pflegekassen in Hessen im Rahmen der Landesförderung von Modellvorhaben nach § 45c Abs. 1 Nr. 3 SGB XI.
Ziel des Modellvorhabens war es, ein umfassendes Begleit- und Unterstützungsangebot für Menschen mit präseniler Demenz und deren Angehörige bzw. nahestehende Personen zu erarbeiten. Dazu wurden im Großraum Frankfurt zunächst Individualsituationen strukturiert und niedrigschwellig erfasst, um darauf basierend eine optimale und zielgruppengerechte Beratung aufzubauen.
Es wurde überdies ein Leitfaden (Checkliste) zur Beratung von Menschen mit präseniler Demenz entwickelt.
Um die Beratung und Begleitung von jungbetroffenen Menschen mit Demenz zu verbessern, wurde eine Checkliste erstellt, mit deren Hilfe Beratungs- und Anlaufstellen in Hessen auf Fragestellungen reagieren können. Die Checkliste enthält allgemeine Fragen zu Symptomen, Diagnose, medizinischer Versorgung und Alltagsbewältigung. Außerdem beinhaltet sie Themen wie Erwerbstätigkeit und Rente, Vorsorgemaßnahmen sowie besondere psychische Belastungen. Die Checkliste bietet zudem Hinweise zu weiterführenden Informationen und Unterstützungsangeboten.