„Je früher Expertinnen und Experten Familien zur Seite stehen, desto eher können Überlastungssituationen erkannt und verhindert werden“, betont Hessens Familien- und Gesundheitsministerin Diana Stolz. „Mit der Trauma-Anlaufstelle in Marburg schaffen wir einen wichtigen, niedrigschwelligen Zugang zu professioneller Hilfe für Kinder und Jugendliche, die besonders belastende Erfahrungen gemacht haben. Das ist aktiver Kinderschutz und zugleich ein zentraler Baustein für eine gesunde Entwicklung.“
Pilotprojekt soll verlässliche Unterstützung bieten
Das Beratungsangebot der TAF ist ein Pilotprojekt und richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren, die infolge überwältigender Grenzerfahrungen Traumareaktionen entwickelt haben. Auslöser können unter anderem der Verlust eines Elternteils, Fluchterfahrungen, schwere Unfälle oder häusliche Gewalt sein. Auch Angehörige sowie betreuende Fachkräfte können Beratung in Anspruch nehmen. Das Pilotprojekt wird Bestandteil des Aktionsplans Kindermedizin.
In der TAF finden die jungen Menschen einen geschützten Erfahrungsraum sowie kompetente fachliche Unterstützung und Beratung – niedrigschwellig und kostenfrei.
Ministerin Stolz unterstrich: „Kinderschutz heißt auch, psychische Gesundheit ernst zu nehmen. Traumatische Erlebnisse können die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen langfristig beeinträchtigen, wenn sie unbehandelt bleiben. Die TAF leistet hier frühzeitige, passgenaue Hilfe und ergänzt die bestehenden Strukturen in Hessen sinnvoll.“
Mit der Förderung setzt das Land Hessen ein klares Signal: Kinder und Jugendliche brauchen verlässliche Unterstützung, wenn sie Belastendes erlebt haben. Die neue Trauma-Anlaufstelle in Marburg stärkt die regionale Versorgungslandschaft und trägt dazu bei, Kinder- und Jugendgesundheit in Hessen nachhaltig zu sichern und zu fördern.
Hintergrund
Die Förderung erfolgt auf Grundlage der neuen Leistung „Strategie zur Stärkung der Kinder- und Jugendgesundheit“, die erstmals im Haushaltsjahr 2025 verankert wurde. Ziel ist es, Prävention, Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter sowie eine altersgerechte medizinische und psychosoziale Versorgung gezielt auszubauen.